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Platform: Mac/OS XBorderlands 2

Verfasst von Raimund Scheßwendter am 20. Dezember 2012 Kommentieren

Pandora ruft wieder. Der Endzeitplanet lockt ein weiteres Mal die schiesswütigen Kumpanen in Borderlands 2. Schon der erste Teil des Comicshooters [Test] ging als Actiontitel des Jahres in die Annalen ein. Auch der zweite Teil verspricht Schräge Typen, krasse Missionen und haufenweise abgefahrenes Equipment.

Individuelle Entwicklungsmöglichkeiten

Ähnlich dem Vorgänger bietet das Spiel vier verschiedene Kämpferklassen. Sie unterscheiden sich allerdings wohltuend vom ersten Teil. Der Gunzerker etwa ersetzt zwar den namensverwandten Berzerker, ist aber kein Nahkampfspezialist, sondern ein doppelhändiger Pistoleiro. Agentengleich bewegt sich Zero durch die grandios gestalteten Schauplätze. Der weibliche Part, Maya, kann Gegner magisch einfangen, während der klassische Soldier mit dem beliebten Geschützturm aufwartet.

Die Spezialfertigkeiten bringen außer taktischer Vielfalt einen ganzen Wust von Fertigkeiten nach sich. borderlands-2_macinplay-_2 Schwerpunktbildung ist angesagt. Drei Klassen mit je 11 Skills warten darauf, gewählt zu werden. Die Fertigkeiten lassen sich nach und nach erlernen. Dazu kommen die vielen Boni für charakterunabhängige Erfolge, wie etwa für das Abschießen einer bestimmten Monstergattung (gestaffelt), die Anzahl der kritischen Treffer, der erhaltenen Schätze und geöffneten Truhen. Auch die hier ergatterten Punkte können in Verbesserungen wie höhere Zielgenauigkeit oder besserer Rückstossschutz gesteckt werden. Die schnelle Entwicklung des Charakters verdeutlichen auch die Waffen, die immer höhere Stufen fordern. Die Anzahl der Schießeisen ist mit dem Wort Bazillionen aus der Ankündigungsmitteilung keineswegs irreführend bezeichnet worden. Bestechend kreativ war man bei Gearbox auch in ihrer Ausgestaltung, selbst im Sound und der Visieroptik unterscheiden sich die Kanonen. Von der kleinen Pistole, über den mehrläufigen Raketenwerfer mit Rückstoßdämpfung und Zielfernrohr bis hin zur feuermunitionierten Schrotwumme, gibt es kaum eine Idee, die die Borderlands-Macher ausgelassen haben.

borderlands-2_macinplay-6 Auch anderes Ausrüstungsmaterial ist in einer der ebenso häufig platzierten Kistchen, Kästen und Truhen zu finden. Zwar hilft die Vergleichsanzeige, der Reichtum an Items und kleinteiligen Munitionspaketen führt jedoch immer öfter dazu, dass Behälter gefüllt bleiben. Dazu laden die gezielt verteilten Waffen- und Munitionsterminals immer wieder dazu ein, aus kleinen Scheinen bestehendes Bares einzusetzen.

 Top Atmosphäre

Während der Vorgänger mit Steppenatmosphäre zu punkten wusste, ist die neue vorherrschende Klimazone eisige Schneelandschaft im Panoramaformat. Hier sind Lager in Gletscher geschlagen und Banditen hausen in eingefrorenen Tankern. Der detailreiche Comicstil sorgt dabei für eine herrlich krude Atmosphäre.

borderlands-2_macinplay-1 Auch riesige Städte, schwebende Inseln und grüne Täler sind auf den Kampfplätzen zu finden. Das übliche Reisesystem lässt die Helden – auch im formidablen Coopmodus – wunschgemäß an bereits bereiste Orte wandern. Dass dort wieder Gegner auftauchen, versteht sich von selbst und geht auch in Ordnung. Es stört jedoch nach dem Todesfall, dass die Savepoints anscheinend sehr weit auseinanderliegen und einige Gelände mühsam erneut durchquert werden müssen. Dennoch ist es immer wieder eine Augenweide durch die Riesenhaftigkeit des Geländes zu schweifen. Abgesehen davon, dass Menge und Standort der Feinde dann schon bekannt sind und nicht weiter groß aufhalten.

Missionen schön erzählt

An schrägen Missionen für noch schrägere Charaktere in der Endzeitszenerie mangelt es ebenfalls nicht. Stärker ausgeprägt als beim Vorgänger ist die zuweilen spannenden Interaktion mit den Auftraggebern. Sie sind nicht nur sehenswert ausstaffiert, sondern legen auch einen bezeichnenden Humor an den Tag. ZUweilen kämpft man mit ihnen auch Schulter an Schulter für das Ziel. Die Entscheidung, ob und wann welche Missionen abgearbeitet werden, liegt allein beim dem oder den Spieler/n.  Das Ganze wird durch eine sehr viel stärkere Rahmenhandlung verwoben, die immer wieder ihre Zwischensequenzen einblendet. Im Bereich Storytelling haben die Macher von Gearbox eine ordentliche Schippe draufgelegt. Ein Gesamtkunstwerk für sich sind die etlichen Hauptcharaktere, die den Spieler durch die Geschichten führen.  borderlands-2_macinplay-2

Zu Mehreren machts noch mehr Spaß

Unverändert großartig und damit das stärkste Argument für das Borderlands-Gameplay ist der Coopmodus. Natürlich macht das Spiel auch alleine Spaß, aber zu Mehreren ist das Erlebnis nochmal besser. Wer schon einmal zu dritt – wild um sich schießend – auf den unwirklichen Schauplätzen um sein Leben gekämpft hat, weiß wovon die Rede ist. Der Spaßfaktor wechselt sich mit zum Teil recht anspruchsvoller Action ab. Die Gelände sind voller Tonnen mit Explosiv- oder Schadstoffen, verwinkelt und mit vielen Deckungsmöglichkeiten, etwa den unzähligen Kisten, Schränken und Truhen. Die Gegner ziehen sich geschickt zurück, suchen Deckung und greifen gemeinsam an. Maximal vier Helden müssen sich gut abstimmen, um der vielseitigen Gegnerschar Paroli zu bieten. Die Endgegner kamen mir im Gegenzug etwas zu schwach vor.

Gut zu sehen und zu hören

Die Optik von Borderlands 2 kann mit einem Begriff beschrieben werden: Absolut gelungen. Auch wenn durch den sehr coolen Comicstyle ein wenig Detailgenauigkeit eingebüßt wird, macht Borderlands diesen kleinen Nachteil durch einen einwilligen, detailreichen und innovativen Stil wieder wett. Nichts auf dieser Endzeitwelt macht den Eindruck, hier sei lieblos gearbeitet worden. borderlands-2_macinplay-5 Nur bei den Behältnissen wäre etwas mehr Abwechslung und eine stärkere Streuung wünschenswert gewesen. Auch die Gegner sind von diesem Einfallsreichtum geprägt. All die kleinen und großen Monster, Tiere und Freaks begeistern in ihrer Ausgestaltung. Ihre Vielfalt kann aber in keinerweise mit der der Ausrüstung mithalten. Jedenfalls macht es einfach Freude durch die gut gemachten Schlachtplätze mit ihren witzigen Mechaniken, skurillen Protagonisten und berauschend-beleuchtenden Hintergründe zu wandern.  Auch die Geräusche sind exzellent umgesetzt: das Knirschen der Schritte im Schnee, das Bellen der Shotgun oder das hämische Lachen der Gegner geben ihren Teil zur großartigen Atmos dieses Titels.

Fazit

Borderlands 2 ist nicht nur ein würdiger Nachfolger. Das Spiel ist in seiner zweite Auflage um einiges lebendiger und noch witziger geworden. Es gibt sehr viel zu entdecken und es gibt wohl kaum ein Spiel das mehr Entwicklungsfähigkeiten bietet. Borderlands ist für viele Erkundungsreisen gut, die sich mit Sicherheit monatelang hinziehen können, ohne dass es langweilig wird.

Einzig dem Spielspaß etwas abträglich ist die ständige Versuchung nach weiteren der Trilliarden Kistchen und Kästchen zu suchen, um darin einen weiteren Munitions-Clip zu finden, mit dem man am Ende schon im zulässigen Maß bepackt ist. Auch die schire Masse an herumliegenden Waffen stört zuweilen.  Das Spiel verführt dazu, sich mit endlosen Waffenvergleichen aufzuhalten, um am Ende die vermeintlich perfekte, ideale oder auch nur passende Waffe in seinem Arsenal zu führen. Sie kann jedoch nach einem Dutzend weiterer Funde schon wieder zum Alten Eisen gehören. Ansonsten ist der Rollenspielmix recht gelungen.

Die skurille Welt, die schönen Bilder und nicht zuletzt die mitreissende Action während der wahnwitzigen Missionen, lassen die kleinen Nachteile schnell vergessen machen. Die schrägen Charaktere mit ihrem makabaren Witz und die unterhaltsamen Geschichten geben dem Spiel die richtige Würze.

Am Ende steht fest, dass auch Borderlands 2 trotz technisch herausragenden Shootertiteln, wie Call of Duty-Black Ops, das beste Actionspiel ist, dass 2012 auf dem Mac erschienen ist.

Borderlands 2 (AppStore Link) Borderlands 2
Hersteller: Aspyr Media (iDP)
Freigabe: 17+
Preis: 13,99 € Download *


Von Raimund Schesswendter

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Über Raimund Scheßwendter

Geboren im Jahr des ersten vollwertigen 8-Bit-Prozessors entdeckt Raimund “Ray” Schesswendter im Alter von 12 Jahren den Computer. Seit seinem ersten Zusammentreffen (1996) mit dem angebissenen Apfel: Fan. Arbeitete für iTeam, Apple Beratungszentrum und diverse Medien. Ray ist verheiratet und lebt getrennt von seiner Frau und seiner Tochter im Kindergartenalter. Bei macinplay schreibt er seit 2006. Strategie-Titel bilden den Schwerpunkt der Spieleleidenschaft des Science-Fiction-Fans.
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