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Die Sims 2: Open for Business

Verfasst von macinplay am 15. Mai 2010 Kommentieren

Die Zeiten sind hart, die Sims sind härter. Allüberall Finanznot, Arbeitslosigkeit, Preisdumping, Korruption. Arbeitende Sims werden zu Hungerlöhnen schamlos ausgenutzt und sind der Willkür ihrer Chefs und Vorgesetzten unterworfen. Der Weg des Aufstiegs ist steinig und steil. Aber jetzt gibt es »Open for Business«, und damit hat der geschundene Sim die Gelegenheit, dem Establishment den Mittelfinger entgegen zu strecken – jetzt darf jeder Sim sein eigener Chef sein. Hurra?

»Open for Business« ist schon die dritte Erweiterung zum Erfolgstitel »Die Sims 2«. Nach einer Universität und einer Ausgehzone bekommen die Sims nun die Möglichkeit zu selbstständiger Berufstätigkeit spendiert. Und das nicht nur im eigenen Haus, sondern auch in der neuen Mall-Zone der Stadt. Hier können besonders wohlhabende Sims nun Ladenlokale kaufen und darin ihr eigenes Geschäft betreiben.

Das Erweiterungspack bringt alles mit, was man zum Betreiben eines Geschäfts braucht: Einige neue Gegenstände, neue Klamotten und ein paar äußerst interessante Kostüme als Arbeitsuniformen. Endlich könnt ihr Gebäude mit Aufzügen ausstatten, und als ganz besonderes Highlight gibt es nun einen neuen Radiosender, in dem unter anderem »Depeche Mode« und »Kajagoogoo« (iTunes-Links) ihre Hits zum Besten geben – komplett auf Simlish.

Die auffallendste Neuerung von »Open for Business« ist jedoch das Geschäftsviertel »Blauseidigheide«, das nach der Installation des Erweiterungspaketes drauf wartet, einer Stadt zugewiesen zu werden. In Blauseidigheide darf der willige Sim seinen Shoppinggelüsten fröhnen, bis die Kassiererin die Kreditkarte zerschneidet. Das passiert schneller als man gemeinhin denkt: Beim ersten Probekauf einer Jeans klappte nicht nur meinem Sim, sondern auch mir der Unterkiefer herunter. Ganze 200 Simeloneons waren für das Kleidungsstück fällig. Dies sei aber nur nebenbei angemerkt. Wirklich interessant wird Blauseidigheide erst dann, wenn man dort sein eigenes Geschäft eröffnet.

Durch Blauseidigheide wird das Spiel um eine ganze Reihe vorgefertigter Ladenlokale erweitert. Außerdem wohnen im Geschäftsviertel bereits Familien, die schon über eigene Ladenlokale verfügen und somit einen guten Einstieg ins Leben als Geschäftsmann bieten.

Entschließt ihr euch, mit euren ›alten‹ Sims den Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit zu wagen, stehen euch mehrere Optionen offen: Entweder, ihr betreibt euer Geschäft zu Hause, ihr kauft ein fertiges Geschäft in Blauseidigheide oder in eurer Stadt an, oder ihr ersteigert ein Grundstück, und errichtet darauf einen Laden ganz nach eigenem Gusto.

Selbstständig werden ist jedoch nichts für junge – und arme – Familien. Ihr ahnt es sicherlich schon: Zum Start des eigenen Geschäfts sind größere Ausgaben nötig. Die mitgelieferten, vorgefertigten Geschäfte schlagen äußerst kräftig zu Buche, dafür sind sie immerhin schlüsselfertig, so dass im Prinzip direkt losgelegt werden kann. Für alle anderen Existenzgründer gilt: investieren und reinklotzen. Denn schließlich muss gegebenenfalls das eigene Grundstück ausgebaut oder ein Gemeinschaftsgrundstück erworben werden. Dann sind eventuelle Umbauarbeiten zu verrichten, auch die Einrichtung des Geschäfts muss unter Umständen umdekoriert werden. Außerdem fallen Kosten für eine Kasse und ein Türschild an. Eröffnet ihr eine Bar oder ein Restaurant wird es noch mal teuer: Ein Herd bzw. eine Outfit-Umwandelstation werden fällig.

Es steht euch relativ frei, mit was ihr euer Glück versucht. Fitnesstudio, Spielwaren, Restaurants, Möbel und mehr… Eure Waren kauft ihr entweder im Großhandel ein oder lasst sie von fähigen Angestellten produzieren. Sobald ihr einen Artikel im Geschäft platziert, habt ihr die Möglichkeit zu entscheiden, zu welchem Preis der Gegenstand an den Endkunden gebracht werden soll. Seid ihr extrem billig, verdient ihr nichts an eurem Geschäft. Seid ihr teuer, stehen die Chancen auf gutes Einkommen besser, aber die Kunden sind mit ihren Einkäufen zurückhaltender – es sei denn, ihr oder eure Angestellten beherrscht die hohe Kunst des Verkaufens.

Eure und die Begabung eurer Angestellten werden über die mit »Open for Business« eingeführten Talent-Orden angezeigt. Talent-Orden werden durch Übung verdient und für verschiedene Fähigkeiten vergeben – zum Beispiel fürs Kassieren oder fürs Verkaufen. Habt ihr zum Beispiel einen Stümper an der Kasse, bilden sich schnell Schlangen, was sich Negativ auf die Zufriedenheit eurer Kunden auswirkt. Entscheidend für euren Erfolg als Geschäftsmann ist auch die Zufriedenheit eurer Angestellten, motivierte Sims arbeiten besser. Ein guter Chef gönnt seinen Leuten auch mal eine Pause, lässt sie früher Feierabend machen oder belohnt gute Arbeit mit einer Gehaltserhöhung.

Verlassen die Sims euer Geschäft zufrieden, macht sich das bald bemerkbar: Mund-zu-Mund-Propaganda ist ein entscheidender Faktor bei »Open for Business«. Zufriedene Kunden werben neue Kunden. Umgekehrt gilt das natürlich auch: Unzufriedene Kunden sind die schlechteste Werbung, die überhaupt vorstellbar ist.

Läuft euer Geschäft gut, lässt sich das Sim-Leben von den Einkünften tatsächlich recht angenehm bestreiten. Habt ihr entsprechend begabte Angestellte, braucht ihr später gar nicht mehr im Geschäft aufkreuzen und könnt den Laden von zu Hause via Telefon leiten.

Jedoch sollten die anderen Aspekte, die das Spiel »Die Sims 2« ausmachen, nicht vergessen werden: Nach wie vor gilt es, die Wünsche und Lebensziele der virtuellen Menschen möglichst gut zu erfüllen – das wird durch »Open for Business« nicht unbedingt leichter, da die Führung eines Geschäfts einen großen Teil der Energien eures Sims beansprucht. Irritierend wirkt in diesem Zusammenhang zunächst auch, dass sich der Schlafen-Wach-Rythmus eures Sim ständig verschiebt, da die Zeit in seinem Heim stehen bleibt, sobald er mit dem Taxi ins Geschäft aufbricht. Das ist jedoch auch von Vorteil: Immerhin ist es so nicht möglich etwas zu verpassen, dass zu Hause während eurer Abwesenheit passieren könnte.

Fazit:

»Open for Business« ist eine umfangreiche Erweiterung, die »Die Sims 2« nicht nur um ein paar nette Gags und Details, sondern um einen ganz neuen Aspekt bereichert. Sich mit seinen Sims in die Selbstständigkeit zu wagen, ist ein herausforderndes Unterfangen, das besonders denen, die dem Originalspiel schon überdrüssig sind, gefallen könnte. Allerdings fordert dieser neue Aspekt einen großen Teil der Spielzeit ein – wer »Die Sims 2« lieber als Simulation eines sozialen Netzwerks genießt, sich im Erschaffen von Familiendynastien verliert oder ganz profan neue Sims bastelt, braucht die Erweiterung nicht unbedingt – in diesen Bereichen bietet »Open for Business« nichts relevant Neues. Alle anderen »Sims 2«-Spieler können bedenkenlos zugreifen.

Christian Schramm

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop.

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