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Mina, eine Solo-Seglerin strandet nach einem Bootsunglück am Strand einer scheinbar verlassenen Insel. Das einzige was sie bei sich trägt ist ihre GPS-Armbanduhr. Zwar ist diese wasserdicht, doch der Akku ist leer. Leider wurde nichts mitgeschwemmt, was sonst noch hilfreich sein könnte. Nach den ersten Minuten Hunger ist für Mina klar: Um jetzt zu überleben, heißt es einfallsreich sein. Und hier beginnt das Abenteuer von “Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel”.

Die Insel, auf der Mina gestrandet ist, ist nicht unbekannt. Denn genau sie ist der Schauplatz des klassischen Romans „Die geheimnisvolle Insel“ des französischen Phantasten Jules Verne. Ich muss zugeben, dass ich das Buch nie gelesen habe, doch es ist gut vorstellbar, dass die Kenner des Romans hier eine große Wiedersehensfreude haben werden. Für all die anderen bleibt aber auch so genug zu entdecken. Doch bis dahin muss Mina erst einmal Kräfte sammeln. Im klassischen Point-and-Click-System sammelt man erst einmal alles, was annähernd brauchbar erscheint. Lumpen, trockene Palmenblätter, rostige Schlüssel, Schildkröteneier, und und und. Die Herausforderung besteht nun dahin, dass man die gefundenen Gegenstände clever kombiniert, um dem Ziel, von der Insel runter zu kommen, näher zu kommen. Einfaches Beispiel wäre: rostiger Schlüssel + Schildkrötenei = Loch in das Ei bohren = Nahrung. Das Besondere bei „Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel“ ist, dass es vielfältige Lösungsmöglichkeiten gibt. Wenn man zum Beispiel erst ein Feuer anzündet und dann das heile Ei hineinlegt, hat man ein viel bekömmlicheres und nahrhafteres Mahl. Dass es verschiedene Wege zum Ziel gibt, ist eine erfrischende Idee.

Doch hier liegt auch ein Manko. Da es wirklich viel Zeug auf der Insel zu finden gibt, hat man schnell das Inventar voller unnützen Sachen. Zwar kommt man am Anfang besser zurecht, da gerade da die Lösungen sehr vielfältig sind. Doch kann es schon mal vorkommen, dass im späteren Spielverlauf offensichtlich doch ein Gegenstand gebraucht wird, den man schon sehr früh verbraucht hat. Es gibt zwar trotzdem immer einen Ausweg, doch das regelmäßige Speichern ist trotzdem zu empfehlen. Außerdem ist zu bemängeln, dass das Inventar mit den einfachen Fächern schnell unübersichtlich wird. Das Ordnen ist dabei sehr mühsam und unhandlich. Da man nicht sicher sein kann, ob man nicht doch das eine oder andere gebrauchen wird können, sind oft viele unbenutzte, aber scheinbar wichtige Gegenstände in den ersten Fächern. Doch wird man auch nicht alles verwenden können, so dass am Ende des Spieles ca. die Hälfte der Gegenstände noch im Inventar rumgammeln und Platz eingenommen haben. Spieler, die an das “Nur Objekt A nur für Sockel B”-Prinzip gewöhnt sind, müssen hier schnell umdenken lernen.

Wie dem auch sei, “Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel” bietet sehr viele Rätsel für fortgeschrittene Point-and-Click-Abenteuerer. Absolute Anfänger in dem Genre werden wohl schnell verzweifeln. Denn trotz der gelobten, vielfältigen Lösungsmöglichkeiten kann der Spieler durchaus irgendwann im Abenteuer stecken bleiben. Die Schwierigkeitsstufe der Rätsel ist sehr schwankend, kommt natürlich auch auf die Cleverness des Spielers an. Die Story ist nicht wirklich linear, die Ereignisse finden je nach Handlung des Spielers statt. Die Spiel ist zwar nicht kurz oder langweilig, aber die Story hätte ein interessanteres Ende verdient. Zum Glück gibt es noch „Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2“, in dem das Abenteuer nach dem scheinbaren Ende fortgesetzt wird. (Ein Testbericht dazu folgt natürlich auch.)

Doch bis dahin darf man eine sehr schön animierte und detailreiche pazifische Insel erkunden. Da es kein großartig 3D-basiertes Spiel ist, sollten es auch ältere Macs problemlos starten können. Die Steuerung läuft komplett mit der Maus, die Bewegung ist aber nicht 100 % frei. Wie bei solchen Games üblich, “hüpft” man zwischen verschiedenen, etwas weiter entfernteren Plätzen. Dabei kann man sich an jedem dieser Punkte vollkommen stufenlos umschauen und das ein oder andere entdecken. Auf dieser Entdeckungsreise, begleitet den Spieler ein atmosphärisch passender Soundtrack. Das Spiel ist dabei komplett Deutsch synchronisiert. Mina wirkt dabei leider manchmal ein wenig monoton.

Fazit:

Im Großen und Ganzen ist “Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel” ein gelungenes Point-and-Click-Adventure, das die grauen Zellen gut fordert. Die frische Idee der zahlreichen Lösungsmöglichkeiten ist dabei sehr angenehm, wird aber durch das schlechte Inventar etwas negiert. Der Wiederspielwert ist dabei nur für die Spieler von Bedeutung, die nach dem erfolgreichen Beenden gern die anderen Möglichkeiten zum Ziel ausprobieren möchten. Und so ganz nebenbei: Ich glaube, wenn ich jetzt auf einer einsamen Insel lande, steh ich nicht absolut unvorbereitet da. Vorausgesetzt, es liegen rostige Schlüssel herum.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop oder im Mac App Store.

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Über Nikolai Seel

Nik lebt den großen Cyber-Traum. Angefangen als kleiner, aufstrebender Gastautor – aufgestiegen zum Autor von macinplay. Wenn das keine Erfolgsstory ist. Als begeisterter Gamer hat er schon ganz früh bei den (memorycardfreien) Test-Playstation-Stationen in Elektronikläden angefangen. So kann er noch heute den ersten Level von Tomb Raider III fehlerfrei mit verbundenen Augen, balancierend auf einer Dose und mit Aufzählung von Primzahlen durchspielen. Später gab es die ersten Berührungen mit einem heimischen PC und ersten Spieleabstürzen. So kam und ging im Jahrestakt ein PC nach dem anderen zum großen Gates-Nirvana. Bis eines Tages die nächste Stufe erreicht wurde: ein MacBook. Dabei sind leider die Games am PC/Mac stark in den Hintergrund gefallen (wegen fehlen einer einigermaßen guten Grafikkarte). So konzentrierte sich der inzwischen „erwachsene“ Nik auf das iPhone und dessen Neuland der Games. Heute hat er mehr iPhone-Games als das Gerät anzeigen kann. Und da er gern über das ein oder andere Game meckert oder in Euphorie ausbricht, sollen es gleich alle erfahren.
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