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Tiger Woods PGA Tour 2003

Verfasst von macinplay am 28. März 2010 1 Kommentar

Am Tee:
Tiger Woods 2003 ist ein typischer EA Sports-Titel. Gleich nach Programmstart schallen fetzige Klänge aus den Boxen, wie sie auch bei F1 Championship 2000 schon vorkamen. Dazu werden einige Videohäppchen von den Stars der PGA-Tour gezeigt und fertig ist das Intro. Das Hauptmenü zeigt den Namensgeber des Spiels bei einigen Bewegungen, die unter MacOS X 10.3.1 eine Menge Grafikfehler produzieren, wenn der Patch 1.1 nicht installiert ist. Im Spiel selbst sind diese Grafikfehler kaum auszumachen.

Das Spiel:
Das Kernstück des Spiels ist der herrlich motivierende Karrieremodus. Man erstellt sich schnell einen Golfer, passt die Kleidung und das Aussehen an, verprasst ein wenig Geld in die sehr wichtigen Skills oder besorgt sich bessere Schläger und beginnt seine Karriere. man kann dazu sofort in ein Turnier einsteigen, oder sich auf der Driving-Range eines der zwölf Golfplätze begeben. Nach ein paar Probeschlägen wird man gleich von einem anderen Golfer herausgefordert. Es kann sich dabei um Matches verschiedener Länge oder auch um einen „Skill-Contest“, d. h. wer kann am weitesten schlagen oder wer ist besser beim chippen usw., handeln. In jedem Fall werden die durchschnittlichen Ergebnisse des Herausforderers angegeben. Das Preisgeld wird festgelegt und dann ist man gleich am Tee. Gerade am Anfang ist der eigene Avatar allerdings richtig schlecht… Egal wie gut man als Spieler mit der Maus umgehen kann, viele Bälle werden abseits der Fairway landen. Erst mit vielen erkauften Skills wird das Spiel deutlich besser. Auch Spezialschläge müssen erst in Trainerstunden erlernt werden, bevor man sie einsetzen kann. Zum Teil müssen auch bestimmte Wertungen in den Skills erreicht werden, damit die Trainingseinheiten überhaupt angeboten werden. Während der ersten Turniere ist der Frustfaktor relativ hoch, gerade wenn man andere Golfspiele schon gemeistert hat. Die Tatsache, dass es keine Anzeige für die Schlagstärke gibt (gilt natürlich nur für den genialen True-Swing-Modus), vereinfacht das Spiel nicht gerade. Als ich nach einer verkorksten Runde gerade mal wieder die Maus in die Ecke feuern wollte, kam mir die Idee, mal ein Turnier abseits des Karrieremodus zu bestreiten. Also schnappte ich mir den Tiger und spielte eine Runde als Profi… und siehe da, die Drives landeten in der Fairway, Chip-ins und Monsterputts waren kein Problem mehr. Leider war es mir nicht möglich, meinen Karrierespieler auch im „Play Golf-Modus“ zu benutzen, geschweige denn einen Spieler mit gleichem Namen anzulegen… Ein Multiplayer-Modus für acht Spieler ist auch vorhanden.

Die Stimmung:
Grafikpracht kostet Rechenpower, und das nicht zu knapp… gerade auf den baumreichen Kursen geht die Performance deutlich zurück. Nette Gimmicks, wie die sich im Wind bewegenden Bäume sind auf meinem iBook leider nur als Diashow zu bewundern. Mit den mittleren Detaileinstellungen ist aber ein akzeptabler Kompromiss zu erreichen. Mit den Golfer-Animationen hat EA aber ein wenig übertrieben. Die hervorragenden Animationen werden vor den Schlägen ausgiebig zelebriert, und die Spieler verdecken dabei gerne die Landschaft. Besonders spektakuläre Schläge werden vom Programm mit einem Auto-Replay gewürdigt, und auch gleich auf der Festplatte abgespeichert. Die Replays sind dann vom Hauptmenü aus jederzeit abrufbar… Ein „Hole-in-one“ ist selten genug, also muss man auch damit angeben können! Außerdem sammelt man im Karriere-Modus auch noch Auszeichnungen in seinem Trophäenschrank. Da gibt es so nette Sachen wie „der erste Birdie“ oder „der erste Turniersieg“.

Neben den unaufdringlichen und gelungenen „Ambient-Sounds“ fällt insbesondere das Kommentatoren-Duo positiv auf. Bill Macatee und David Feherty kommentieren das Geschehen auf der Fairway und geben auch mal Tipps zur Beschaffenheit des Grüns beim Putten. In der deutschen Version sind die Stimmen nicht synchronisiert, man hört also die original-Sprecher.

Die Handhabung:
Vor dem Schlag gibt es die für das Genre übliche Kamerafahrt vom Abschlag bis zum Loch und zwischen den Schlägen kann man mit der Maus die Kamera bewegen und sich so den Kurs angucken. Die klassische 2- bzw. 3-Klick Schlagsteuerung bietet nichts Neues und funktioniert, wie man es in anderen Golfspielen auch schon erlebt hat. Wirklich spaßig ist dagegen der „True-Swing-Schlag“. In diesem Fall klickt man einmal, um den Schlag zu starten, zieht dann die Maus zu sich, muss abschätzen, wie weit die Maus bewegt werden soll, und schiebt sie dann wieder in die Ausgangsposition… das hört sich einfach genug an, aber es kann eine Menge dabei schief gehen. Da die gesamte Bewegung flüssig sein muss, bleibt nur ein Bruchteil einer Sekunde um die Weite des Ausholens und die Geschwindigkeit des anschließenden Downswings einzuschätzen. Ach ja, die Maus muss natürlich auch noch gerade geführt werden, damit der Schläger den Ball auch mittig trifft. Das Ganze ist einfacher zu handhaben, hat aber weniger Schlagoptionen, als die Maussteuerung in Links 2003 (PC) und macht einfach einen höllischen Spaß, da die Schläge nicht nur vom richtig getimten Klicken abhängen. Da es auch keine Anzeige für die Schlagstärke gibt, hilft hier nur üben, üben, üben…

Technikcheck:
Vorsicht bei den Systemanforderungen der ungepatchten Verkaufsversion… bei den offiziellen Prozessoranforderungen für den Tiger ist es erstaunlich, wie ruckelig die Grafik auf dem iBook mit 900 MHz daher kommt… Minimale Auflösung (800×600) und mittlere Detailstufen sind gerade spielbar. Wie das Ganze mit einer 450 MHz-CPU aussehen soll ist mir schleierhaft. Mit dem Patch 1.1 ändert sich das allerdings gewaltig. Auch auf dem iBook ist jetzt die 1024x768er Auflösung (auf die sich im Wind bewegenden Bäume verzichte ich immer noch…) gut spielbar. Regeneffekte und spiegelndes Wasser sind mit der Radeon 7500 mit 32 MB Grafikspeicher einfach nicht zu realisieren. Die Golf-Konkurrenz aus Redmond bietet in Sachen Geschwindigkeit immer noch deutlich mehr Frames pro MHz. Links LS 97 ist in der Geschwindigkeit nicht zu schlagen, während Links CE bei 1024x768er Auflösung und maximalen Details sich ein paar Ladepausen gönnt, aber nicht ruckelt. Die Links-Serie setzt halt immer noch auf Pixeltapeten statt 3-D-Modelle und die Golfer sind gut eingepasste Videos. Insgesamt gibt das die bessere Grafik auf schwächeren Macs, da man nicht auf die ganzen Details und Features (z. B. bewegte Bäume bei Tiger Woods 2003) verzichten muss, die das Spiel erst richtig gut aussehen lassen. Unter Mac OS X 10.3.1 gibt es auf dem iBook ohne Patch 1.1 leider auch hässliche Grafikfehler, die im Hauptmenü und im Karrieremenü auftauchen, wo halt die bewegten Golfer zu bewundern sind. Dort werden die Polygone der Spielfigur bei den Bewegungen nicht aktualisiert, so dass große texturierte Dreiecke sich aufziehen… Unter Mac OS X 10.2.8 tritt dieses Phänomen nicht auf.

Fazit:

Wow, da hat EA ganze Arbeit geleistet. Tiger Woods 2003 ist das gelungenste Golfspiel am Mac. Durch den enorm motivierenden Karrieremodus und den genialen „True-Swing-Schlag“ muss sich der bisherige Champion Links dieses Jahr, zumindest für Normalspieler, geschlagen geben. Nur für echte Golfprofis, die sich auch die Schläge per Beinstellung u. ä. einstellen, wird Links erste Wahl bleiben, da es einfach mehr Simulation ist. Tiger Woods hingegen macht einfach nur Spaß und ist zugänglicher als die Konkurrenz, auch wenn die Ballphysik da mal auf der Strecke bleibt…

Cajus Zi

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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